Gesund mit Mandeln

Adventszeit – Mandelzeit

Unsere Mandelernte

Plätzchen, Glühwein und ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt – es ist Adventszeit. Der süße Duft von gebrannten Mandeln hängt in der Luft. Du kannst dir jetzt den Weihnachtsmarkt-Klassiker in die heimische Küche holen und ich verrate dir, wie du ganz leicht gebrannte süsse Mandeln oder leckere Salzmandeln selber machen kannst.

Die Erntezeit unserer Mandeln ist schon vorbei. Meine Mandeln sind schon alle abgelesen. Dieses Jahr war ein sogenanntes Mandeljahr. Die zarten weissrosa Blüten, welche im Februar mit ihrem süssen Duft den nahenden Frühling ankünden, sind endlich zu Früchten geworden. Die Bäume waren voller reifer schöner Mandeln und man sollte sie unbedingt vor dem ersten Regen ans Trockene bringen. Die Mandelbäume sind während der Erntezeit die je nach Witterung von September bis in den November hineinreicht, nur noch dünn belaubt. Bis in die Krone hinauf hängen die hellbraunen Früchte, deren äußere grüne Schale nun aufgeplatzt ist.

Mit einem elastischen Bambusstab hab ich alle heruntergeschlagen, so hoch meine Arme reichten, und dann jede einzeln vom Boden aufgesammelt. Ich liebe das Sammeln von Früchten, wahrscheinlich habe ich noch Gene aus jener Zeit, als die Menschen vom Jagen und Sammeln lebten. Es gibt nichts Befriedigenderes als abends mit vollen Körben nach Hause zu kommen. Ich sitze dann am Kamin und knacke mit einem handlichen runden Stein die harte Schale. Die leckeren Kerne schmecken am besten frisch geknackt zusammen mit getrockneten Feigen, getrockneten Birnenschnitzen und Rosinen zu einem Gläschen Rotwein. Die aufgeknackten Schalen sammle ich in einem Korb als Brandmaterial für mein gemütliches Kaminfeuer.

Bild: freshideen-com

Grundnahrungsmittel in alten Zeiten

Mandeln sind viel mehr als ein Snack oder eine weihnachtliche Backzutat. Mandeln waren in Ikaria immer ein wichtiges Grundnahrungsmittel und sie gehören unbedingt zu einer ausgewogenen Blue Zone Ernährung, reich an Vitaminen (B und E), Mineralstoffen (Magnesium, Calcium, Kupfer) und ungesättigten Fetten. Mandeln sind leicht aufzubewahren. Schon eine Handvoll täglich schützt, so aktuelle Studien, vor Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu hohem Cholesterinspiegel und führt sogar, so hab ich´s gelesen, zu einer Verbesserung der Knochendichte.

Vor gar nocht so vielen Jahren war die Mandel noch immer ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Menschen in subtropischen Regionen. Die Mandel enthält hochwertiges Eiweiss und trägt auf diese Weise entscheidend zur Deckung des Proteinbedarfs bei. Die Mandel sättigt ohne dick zu machen. Sie hilft den Menschen zusammen mit getrockneten Früchten wie Feigen, Birnenschnitzen und Rosinen mit bereits kleinen Mahlzeiten leistungsfähig und fit zu bleiben. Nur 60 Gramm täglich sind ausreichend um gesund zu bleiben.

Mandeln können unseren Stoffwechsel aufgrund ihrer höchst vorteilhaften Nähr- und Vitalstoffzusammensetzung derart beeinflussen, dass bei regelmässigem Verzehr die Insulinsensitivität verbessert werden und zu gesunden Cholesterinwerten führen können. Auch auf die Knochen und die Knochendichte hat die Mandel offenbar eine äusserst nützliche Wirkung. Mandeln sind fetthaltig. Doch ist Fett bekanntlich nicht gleich Fett und so ist die Fettsäuren Zusammensetzung der Mandel für unsere Gesundheit ähnlich positiv wie jene der Oliven. Mandeln sind basisch und wirken neuesten Erkenntnissen zufolge prebiotisch. Das bedeutet, sie liefern jenen Darmbakterien Nahrung, die unser Immunsystem und damit unsere Gesundheit unterstützen. Auf diese Weise harmonisieren Mandeln unsere Darmflora und sind so ein äusserst wertvolles Lebensmittel. (Gelesen bei www.zentrum-der-gesundheit.de)

mandelernte-mit-bambusstangen

Mandelsnack selber machen – so einfach geht’s!

Mein absolutes Lieblingsrezept hat mir aber der alte Mandelmann in Armenistis verraten. Früher war er in den Sommermonaten jeden Tag mit seinem Korb gefüllt mit aus altem Zeitungspapier selbstgefalteten kleinen Tüten voller salziger Mandeln unterwegs. Er war ein Unikum! Er hatte einen grossen Strohhut auf und trug mitten im Sommer schwarze quietschende Gummistiefel. Er liebte den Schnaps, trank von morgens früh bis spätabends Ouzo, Metaxa, alles was ihm in die Finger kam und war immer dementsprechend zum Singen aufgelegt. Sein Lieblingslied: die französische Nationalhymne, nein kein Witz: „allez enfants dans la patriiiieeeee!!!“, von weitem hörbar. Jeden Tag marschierte er laut singend von Raches hinunter nach Armenistis, um seine edle Ware an die spärlichen Touristen zu verkaufen und in seinen Stiefeln gluckste es bei jedem Schritt. An seinem geflochtenen Mandelkorb hing ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift „Piccolo Supermarket“. Wenn er ausverkauft war, sagte er: „Piccolo Supermarket kaputt!“ und war ganz stolz auf seine internationalen Sprachfähigkeiten. Er spreche acht Sprachen! Seiner Frau klaute er die weissen wohlriechenden Gardenien aus dem Garten, welche er sich an den Strohhut steckte und den Damen, potentiellen Käuferinnen, zusammen mit drei Mandeln zum Probieren charmant in die Hand legte.

Eines Tages traf ich ihn in der Dorfbäckerei, geschäftig seine Mandeln im Holzofen röstend. Er breitete die Mandelkerne auf einem grossen Backblech aus, beträufelte sie mit frischem Zitronensaft und streute drei Finger Salz darüber. Seither mache ich es genauso und sie schmecken fantastisch! „Passatempo“ wie er es nannte. Knapper Zeugs um sich die Zeit zu vertreiben.

Weihnachtsmarkt, Bild otto-office.com

Meine Rezepte

Um gebrannte süsse Mandeln oder geröstete Salzmandeln selber machen zu können, brauchst du keine spezifischen Back-Kenntnisse. Die kleinen karamellisierten oder salzigen Kerne lassen sich ganz einfach mit alltäglichen Küchenutensilien herstellen.

  • Geröstete Salzmandeln zum Selbermachen „Passatempo“
  • Geröstete Kräutermandeln
  • Selbstgebrannte Zucker-Mandeln

Hier geht´s zu meinen Mandel-Rezepten

 

Mein Tipp: Selbst gebrannte oder geröstete Mandeln sind eine super Geschenk-Idee! Einfach kleine Portionen in schöne Tütchen füllen – fertig.

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2016-12-13T04:35:50+00:00 Dezember 3rd, 2016|4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Kirsten Grimm 03/12/2016 um 21:37 Uhr - Antworten

    Liebe Ursula, mir geht es genau wie dir, wenn es Früchte oder Kräuter zu sammeln gibt, bin ich immer ganz aufgeregt…sind sie schon reif… komm …wir gehen einen kleinen Umweg, da gibt es Brombeeren…Vielen Dank für deine sehr interessanten Infos zur Mandel und für die schönen Fotos!! Salzige Mandeln habe ich auf Ikaria schon gekauft und die waren sehr lecker. Bei uns habe ich griechische abgepackte Mandeln leider noch nicht gefunden. Dir eine schöne Adventszeit, herzliche liebe Grüße Kirsten

    • Ursula Kastanias 06/12/2016 um 18:29 Uhr - Antworten

      Danke liebe Kirsten, ja es ist leichter Mandeln aus Australien zu finden, als aus GR. Macht aber nichts, meine Rezepte schmecken mit allen Sorten von Bio-Mandeln :-)!!! LG aus Ikaria – Ursula

  2. Fred Wyss 09/12/2016 um 14:51 Uhr - Antworten

    Liebe Ursula, interessant dein Bericht und deine Mandelrezepte. Dazu noch ein ganz anderes:
    Wir haben mal im kleinen Dorf Emporios, oben auf dem Kraterrand auf der Insel Nisyros etwas interessantes gegessen: Skordalia auf Mandelbasis, d.h. zusätzlich zum Weissbrotes oder Kartoffeln wurde es mit einer Masse aus zerstampften/gemixten Mandeln zubereitet. Es schmeckte sehr gut. Zu spät kam mir in den Sinn nach dem Rezept zu fragen. Jetzt habe ich spontan danach gegooglet und das folgende Rezept gefunden:
    Skordalia mit Mandeln
    Zutaten
    60 g Brot vom Vortag, 60 g Knoblauchzehen entkleidet, 150 mlOlivenöl, 2 Essl.Weissweinessig, Salz, Pfeffer, 1 Stängel Petersilie
    Zubereitung
    1. Brot von der Rinde lösen, Rinde an die Enten verfüttern. Brot würfeln, dann mit Wasser bedecken. 15 Min einweichen lassen, dann ausdrücken. 2.Mandeln mit kochendem Wasser überbrühen, 30 Sekunden stehen lassen, dann Mandeln von der Haut befreien. 3. Knoblauch grob hacken 4. Mandeln + Knoblauch in der Küchenmaschine fein zerkleinern. Brot zufügen+ zu einer glatten Masse mixen. 5. Nun kommt das Öl langsam dazu, dabei mixen. Danach den Essig einmixen. 6. Mit Salz + Pfeffer abschmecken+ zu Gemüse, Brot und Fleisch geniessen. (Quelle: kochbar.de)
    Ausprobiert habe wir das Rezepte noch nicht – darum alles ohne Garantie. Evtl. kennt ihr es ja bereits – Mandel gibt’s ja auf Ikaria offensichtlich genug. Liebe Grüsse aus Thun – Fred

    • Ursula Kastanias 11/12/2016 um 20:33 Uhr - Antworten

      Danke Fred, das werde ich sogleich mal ausprobieren 😉 Tönt lecker! LG aus Ikaria – Ursula

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