15. August – Sommerwende der Griechen

Langada Panigyri

Der 15. August stellt eine Art Zeitenwende dar. Rund um den gesetzlichen Feiertag vom 15. August ist die offizielle Urlaubszeit für die meisten Unternehmen in Griechenland und der Exodus aus den Grosstädten an die Küsten oder auf die Inseln beginnt. Athen wirkt zu dieser Zeit ,wie ausgestorben! – ideal für einen Städtetripp 😉

Da die meisten Griechen nur im August Urlaub bekommen, besuchen sie ihre Verwandten im Heimatdorf. Ikaria hat ungefähr achttausend feste Einwohner und im Ausland leben mehr als hundertfünfzigtausend Ikarioten-Emigranten erster, zweiter und dritter Generation. Im August kommen sie alle von Athen, vom Festland, von Europa, aus Amerika und Australien um ihre Familie  auf der Insel zu besuchen. Es ist wie ein Spuk, man könnte meinen, die Insel gehe vor lauter Menschen unter! Die Familien strömen zusammen, geniessen das Leben und den Urlaub und feiern wie´s nur die Griechen können gemeinsam.

Man spricht von ,,prin tis Panagias“ oder ,,meta tis Panagias“, also vor (dem Fest) der Panagia oder nach der Panagia. Das Fest der Panagia teilt nicht nur den Sommer in zwei Hälften, sondern das ganze Jahr. Ist es vorbei, so beginnt man, sich ,,kalo chimona – einen guten Winter“ zu wünschen, da man nach Ende des Urlaubs die Verwandten und Familie im Dorf erst im nächsten Sommer wieder sehen wird.

Obwohl der September und der Oktober zumeist noch sonnig und warm sind und sich hervorragend für Urlaub eignen, endet der große Touristenansturm mit dem Ende des Monats August.

Der 15. August ist das Fest der Panagia, der Allheiligen Muttergottes, nach Ostern das bedeutendste Fest im griechisch-orthodoxen Kalender. Genau genommen ist es ,,Maria Himmelfahrt“ und in allen der Muttergottes geweihten Kirchen und Kapellen finden feierliche Messen und liturgische Zeremonien und anschliessend ausgelassene Tanzfeste/Panigyria statt.

In Ikaria sind es allein an diesem Tag 11 verschiedene Panigyria. Nicht immer sind es jedoch die größten Kirchen, bei denen die größten Feste stattfinden. Oft feiern auch ganz unscheinbare, kleine Marienkirchen ihr Panigyri, ihre Schutzheilige, groß.

Das berühmteste Panigyri in Ikaria findet in Langada in Raches statt. Jedes Jahr strömen bis zu 5000 (!) Griechen/Griechinnen in die wilde Berglandschaft, in die kleine Berg-Oase Langada, irgendwo im Nirgendwo, um bei Live-Musik, gebackener Ziege, einheimischem Wein und ikariotischem Tanz bis in die frühen Morgenstunden des anderen Tages ausgelassen zu feiern.

Die Muttergottes hat viele Namen:

  • Maria
  • Panagia = Allheilige
  • Theotokou = Muttergottes
  • Despoina = Herrin, Gebieterin

Es ist der Namenstag von Maria, Marios, Panagiota, Panagiotis und Despina.

Da Namenstage die wichtigen Feiern im Leben der Griechen sind und als ,,Haus-der-offenen-Tür-Feste“ ausgiebig gefeiert werden, ganz im Gegensatz zu den Geburtstagen, welche nur bei kleinen Kindern eine Rolle spielen.

Jede Familie hat mindestens eine/n Jubilar/in und so feiert an diesem Tag ganz Griechenland.

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2016-12-13T04:35:51+00:00 August 14th, 2016|0 Kommentare

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