Sportverein Diagoras

Stand Mai 2016

„4000€ gespendet für den Sportverein“


Nur weil man nichts mehr über die Wirtschaftskrise liest, ist sie leider nicht einfach weggezaubert. Die Menschen hier haben täglich damit zu kämpfen und Hoffnungslosigkeit macht sich überall breit. Deswegen bemühe ich mich, insbesondere die Kinder und Jugendlichen in Ikaria zu unterstützen und ihnen eine Alternative zur Frustration und Perspektivlosigkeit zu bieten. Nur mit eurer Hilfe ist dies möglich!

Mein neuestes Spendenprojekt heisst „Sport gibt Hoffnung“

Kurz gefasst: Das Projekt unterstützt den Sportverein „Diagoras“. Es hilft der Jugend in Ikaria durch Spiel und Sport aus der Hoffnungslosigkeit heraus.  Die Wirtschaftskrise hat dem Verein fast den Garaus gemacht. Trotz erheblicher Schwierigkeiten haben die Vorstandsmitglieder, die Eltern und die Vereinssportler gemeinsam in den letzten Jahren die Verbesserung der bestehenden Anlagen bewirkt. Die EU und ihre Schreibtischmorde: Leider waren all diese Mühen nicht genug und im letzten Jahr wurden alle Sportveranstaltungen gestoppt. Nach den neuesten strengen Richtlinien der EU, unterliegen alle Sportstätten rechtlich und ihre Anlagen technischen den europäischen Normen. Das bedeutet, sie müssen die vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen, um eine offizielle Benutzungserlaubnis zu erhalten. Zu Deutsch: Zuschauer-Tribünen, Zuschauertoiletten, Umkleideräume, Duschanlagen, Sportler-Toiletten, Schiedsrichterraum, Notfallzimmer, Feuerschutz und Behindertentoiletten! „Diagoras“ hat aus Eigeninitiative rund 3000 Euro gesammelt und wir konnten sie mit 4000€  unterstützen. Die Bauarbeiten haben begonnen!

Dass dieses Geld von Euch allen kommt, dafür möchten ich mich selbstverständlich auch im Namen des Sportvereins von Herzen bedanken! Es zeigt einmal mehr, dass praktizierte Solidarität viel Positives bewirken kann. Lies weiter unten mehr über das Projekt.

Natürlich reicht diese Summe nicht aus, aber es ist immerhin ein Beginn! Wir sammeln weiter.

Ja ich bin selbst ein Sportfan!

Ich möchte den Sportverein „Diagoras“ unterstützen
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Sport gibt Hoffnung.

Diagoras Frauenteam

Sport spielt gerade in Krisenzeiten eine bedeutsame Rolle. Für Kinder und Jugendliche bietet er einen Kontrast zum beklemmenden Krisenalltag, in welchem die Erwachsenenwelt erstickt. Wenn du bei Google „Jugendarbeitslosigkeit Griechenland 2016“ eingibst, kommst du auf erschreckende 48%! Das bedeutet, einer von zwei Jugendlichen ist arbeitslos! Das ist die Realität, auch hier auf Ikaria.

Sport bietet immer wieder Anlass, sich zusammen zu finden, gemeinsam für die Mannschaft zu fiebern und zu kämpfen. Er kompensiert viel von dem Frust über die ausweglose Lage im Land und ist zu einem wichtigen gesellschaftlichen Ventil geworden. Sport statt Drogen oder Gewalt.

Freundschaft, Zusammenhalt, Respekt und Stolz sind Gefühle, welche in einer bankrotten Nation unterzugehen drohen. Sport lässt die Menschen für kurze Zeit eintauchen in eine andere Welt und die harte Realität vergessen, er verbindet und gibt ein Gefühl von Normalität.

Kampf gegen Armut und Perspektivlosigkeit

 

Das wussten schon die Alten. Im Sommer 1933 gründeten einige wirklich visionäre Dorfbewohner von Raches den Sportverein „Diagoras“. Er ist einer der ältesten in der Präfektur von Samos. Damals dachten sie, es sei an der Zeit, neben dem täglichen harten Überlebenskampf, mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln, den Sport und die olympische Idee in die isolierten Siedlungen von Ikaria zu tragen. Stell dir mal vor, 1933 zu einer Zeit, als die grundlegende Infrastruktur wie Straßen, Strom- und Wasserversorgung in den Dörfern noch nicht einmal vorhanden war. Während der folgenden Jahrzehnte geprägt vom Weltkrieg, Bürgerkrieg, Verfolgung, Hungersnot und Chunta, hat die Liebe der Ikarioten für den Sport niemals nachgelassen.

Wieder leben wir in Krisenzeiten, Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit prägen die Generation von heute und dem Verein kommt wiedereinmal eine ganz besondere Rolle zu. Dafür sprechen auch die Zahlen. Es sind etwa 200 Sportler und Sportlerinnen aller Altersklassen eingeschrieben (10-45 Jahre), welche systematisch in den Sportarten Fußball (Men/Youngster/Junior/Frauen), Basketball (Junior gemischt), und sogar mit dem Motorradsport (Männer/Frauen gemischt) engagiert sind. Alle diese Sportarten nehmen an den Meisterschaften der Präfektur von Samos teil.

Eine Herzensangelegenheit: Hilfe für „auffällige“ Kinder

 

 

Diagoras Junior gemischt

Nikos (Name geändert) war 8 als er seinen Vater verlor und sich sein Leben auf einen Schlag veränderte. Seine Eltern lebten in einem kleinen Steinhäuschen, in dem schon Nikos Vater und Grossvater geboren wurde. Es war ein einfaches Leben, aber der Garten, die Tiere und die Wärme der Gemeinschaft des kleinen Dorfes gaben der Familie alles was sie zum Leben brauchten. An jenem Tag brach seine Welt zusammen. Der Junge veränderte sich mit der Zeit sehr. Er wirkte in sich gekehrt und wurde in der Schule schnell aggressiv. Ein „auffälliges“ Kind wie man in Deutsch sagt. Vielleicht wäre er in Deutschland sogar als ADHS-Kind eingestuft, aber auf jeden Fall dem Kinderpsychologen vorgeführt worden. Hier gibt es so etwas aber nicht.

Diagoras Basketball Clup gemischt

Es war einfach so, dass der Fussballtrainer des Dorfes sich des Jungen annahm, wie er es schon bei vielen Kindern getan hatte, bei denen zuhause etwas nicht stimmte. Zunächst liess er den Jungen einfach in Ruhe. Mitlaufen, mitspielen, ab und an mal auf die Schulter klopfen. Ein Augenzwinkern des Trainers bewirkte mehr als tausend Worte. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass Nikos wirklich Talent hatte. Er war flink wie ein Wiesel und schoss mit seiner Mannschaft viele Tore, die von allen Zuschauern frenetisch bejubelt wurden. Schritt für Schritt kehrte der Junge wieder ins Leben zurück. Der Zusammenhalt der Mannschaft, die Herzlichkeit, die Erfolge und gemeinsamen Niederlagen, gaben ihm die Kraft zurück, die ihm der Verlust des Vaters genommen hatte.

Ähnliche Schicksale kenne ich viele und immer wieder ist unser Sportverein ein wichtiger Teil im Alltag der Menschen. Viele Kinder und Jugendliche haben unter denkbar schwierigen Bedingungen für den „Diagoras“ gekämpft und einige haben es sogar auf nationaler und balkanweiter Ebene geschafft.

Als würde man über die Apfelreibe gezogen

 

 

 

Ich kenne den Verein „Diagoras“ seit 30 Jahren, da Pantelis mein Mann von Anfang an dabei war. Er spielte selbst jahrelang Fußball, heute ist Konstantinos unser Sohn in seine Fußstapfen getreten und Pantelis trainiert die ganz Kleinen. Seit Jahren unterstützen wir den Verein ehrenamtlich wie alle. Diagoras ist eine Herzensangelegenheit.

Ich habe noch den Schotterplatz miterlebt, wo man sich bei einem Sturz sei es bei Leichtathletik oder Fußball, ähnliche Verletzungen wie bei einem Motorradsturz zuzog. Als würde man über die Apfelreibe gezogen. Später haben wir Rasen ausgesät und jeden Sommer gehätschelt. Wir organisieren seit Jahren jeden Sommer große Konzerte mit bekannten griechischen Musikern um Geld zu sammeln. Die Wirtschaftskrise hat jedoch dem Verein fast den Garaus gemacht. Es fehlen einfach die finanziellen Mittel für ganz simple Dinge wie Sportausrüstung und –material für die Kinder. Trotz erheblicher Schwierigkeiten haben die Vorstandsmitglieder, die Eltern und die Vereinssportler gemeinsam in den letzten Jahren die Verbesserung der bestehenden Anlagen bewirkt. Der Sportplatz von Agios Dimitrios wurde vergrößert, Naturrasen, ein kleiner Basketballplatz gebaut und eine kurze Geschicklichkeitspiste in den Bergen für unsere Motorradsportler. Wir haben in die Beleuchtung des Sport- und des Basketballplatzes investiert, damit man auch abends, wenn es kühler ist, spielen kann und eine Sicherheitsumzäunung um die Anlagen gebaut.

Die EU und ihre Schreibtischmorde


 

 

 

Diagoras Frauen

Aber leider waren all diese Mühen nicht genug und im letzten Jahr wurden alle Sportveranstaltungen gestoppt. Nach den neuesten strengen Richtlinien der Europäischen Union und der griechischen Regierung, unterliegen alle Sportstätten rechtlich und ihre Anlagen technischen den europäischen Normen. Das bedeutet, sie müssen die vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen, um eine offizielle Benutzungserlaubnis zu erhalten. Zu Deutsch: Zuschauer-Tribünen und Zuschauertoiletten, Umkleideräume, Duschanlagen und Toiletten für die Sportler, Schiedsrichterraum, Notfallzimmer, Feuerschutz und Behindertentoiletten! Solange der Verein keine offizielle Nutzungserlaubnis für den Sportplatz erhält, dürfen weder offizielle Trainings abgehalten, noch Spiele ausgetragen werden. Die Sportteams, welche an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen möchten, müssen deswegen den Sitz des Trainings- und Heimplatzes in Ag. Kyrikos oder gar Samos in Kauf nehmen. Die Wirtschaftskrise hat den finanziellen Tod des Vereins eingeläutet, da die Eltern der Kinder kein Geld mehr spenden können. Trotzdem kämpfen alle weiter. „Wenn wir aufgeben“ sagt der Verbandsvorstand Andreas Kochilas, „ist es, als würden wir auf unser Leben und die Zukunft unserer Kinder verzichten.“

Ja ich bin selbst ein Sportfan!

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Die Οlympische Idee – Partnerverein gesucht

 


 

 

 

Diagoras Veteranen

Ich bin gestern Abend in Zürich/Kloten gelandet. Ich hatte einen Fensterplatz und sah beim Anflug die beleuchteten Dörfer und Städte unter mir, und natürlich durch die Arbeit an diesem Artikel sensibilisiert, fielen mir die Lichter der unzähligen Sportanlagen unter mir sofort auf. So viele, so gross, sogar in kleineren Ortschaften! Wie einfach und selbstverständlich Sport für alle ist.

Da schossen mir Gedanken durch den Kopf: wie, wenn wir einen Partnerverein finden würden? Gerade in diesen abstrusen Zeiten sind doch die Förderung von Freundschaft und die Differenzierung von Politik und Mensch so wichtig! Die Olympische Idee: „den Krieg beilegen, um gemeinsam Sportwettkämpfe abzuhalten“. Wäre dies vielleicht der richtige Zeitpunkt für eine DE-CH-AUT-GR Freundschaft? Sport verbindet. Sport solidarisiert, integriert und lässt eine gemeinsame Vision entstehen. Hast du eine Idee? Bist du selbst in einem Verein oder kennst jemanden? Wenn ich Nachrichten lese, wird mir schlecht! Wer versteht noch, was hier in Europa, vor unseren Augen, vor sich geht? Ich weigere mich der generellen Abgrenzung und Gefühllosigkeit anzuschließen!

Lass uns gemeinsam neue Visionen schaffen!

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Siehe auch

2016-12-13T04:35:51+00:00 März 10th, 2016|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Bianca 13/03/2016 um 10:15 Uhr- Antworten

    Hallo Ursula, hier fehlen mir die Worte. Ich bin wütend und zornig wenn ich das lese. Habe selber jahrzehntelang Sport getrieben und Jugendarbeit, mit Begeisterung, gemacht.Mir bleibt nur euch einwenig mit einer kleinen Spende zu unterstützen. Für Euch alle, die Ihr so engagiert seid, hoffe ich das sich Vereine zur Partnerschaft bei Euch melden. Grüsse unbekannterweise die von Herzen kommen
    Bianca und Werner ( Tolles Bild von Jannis )

    • Ursula Kastanias 15/03/2016 um 12:07 Uhr- Antworten

      Liebe Bianca, jede Unterstützung ist wichtig und sei sie noch so klein. (wenn jeder nur eine kleine Erbse in den Topf gibt, wird er trotzdem voll, so ein griechisches Sprichwort) Wir kämpfen weiter! Liebe Grüsse Ursula

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