1. Mai Fest der Fruchtbarkeit

1. Mai Fest der Fruchtbarkeit 2016-12-13T04:35:50+00:00
Maikranz von Nikos Kouvaris

Auch hier ist der erste Mai der Arbeiterbewegung gewidmet und ein offizielle Feiertag. Aber für die Griechen hat der 1. Mai noch eine tiefere Bedeutung. Es wird der endgültige Sieg des Frühlings über den dunklen Winter gefeiert. Das Leben erwacht zu neuer Fruchtbarkeit.

Immer am ersten Mai, so will es die Tradition, begiebt man sich in Ikaria mit Kind und Kegel in die Küstenregionen, um den Maigott zu „fangen“. Kränze aus frischen Frühlingsblumen werden ihm zu Ehren gewunden. Die Häuser werden damit geschmückt und früher band man auch frische Blumen an die Halfter der Esel, heute an Spiegel der Autos und Motorräder. Das bringt Glück und schützt vor dem bösen Blick!

Früher ehrten die Ikarioten diesen Tag nicht nur mit Blumen. Sie schnitten von allem, was fruchtbar war (von der Rebe, ein Zweiglein vom Olivenbaum, dem Mandelbaum oder vom Feigenbaum, ein paar Ähren vom Korn usw.), symbolisch etwas ab, um daraus zusammen mit den frischen Blumen einen Fruchtbarkeits-Kranz zu flechten. Damit sollte der Fruchtbarkeitssegen ins Haus geholt und eine gute Ernte gesichert werden. Der Kranz wurde vor Aufgang der Maissonne gewunden, denn der Maisonne werden auch schlechte Eigenschaften zugesprochen: sie verbrennt einen leicht, da die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Der Mai-Gott wird auch als Zweigesichtig bezeichnet, das heisst er hat zwei Gesichter und kann gleichzeitig gut und böse ist.

Geschmückte Türen in Christos RachesERA

Jede Familie besitzt ein kleines „Metóchi“, ein Steinhäuschen an der Küste, welches den Hirten Schutz vor Witterung und Kälte bot, ein Bett, ein Tisch, ein Kamin, fertig. Dort werden am 1. Mai Grillfeste im Freien veranstaltet, auf den küstennahen Winterweideplätzen der Bergfamilien. Man versammelt sich mit Familie und Freunden zum fröhlichen Barbeque mit Wein und Tanz. Die Frauen fragen sich gegenseitig scherzhaft, ob sie das „Maiholz“ angefasst hätten (epiases to maióksilo?), was die sexuelle Manneskraft erhalten und den Kinderreichtum sichern soll.

Die Kränze hängen an den Haustüren bis zum 24. Juni, dem Johannesfest, wo sie inzwischen zu Trockenblumen geworden, in den grossen Sonnenwendfeuern verbrannt werden. Dreimal darf jeder über die Feuer springen und sich etwas wünschen dabei! Der erste Mai ist auch in Griechenland gesetzlicher Feiertag. Es wird der Tag der Arbeit begangen und in Agios und Evdylos finden meist Proteste und Kundgebungen vor allem der linken Parteien wie KKE statt.

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